Magic Zyks, Fotograf, Grafiker und Getriebener
Magic Zyks 1963 ist in Köln geboren. Seine Jugend verbrachte er in Köln, wo er aufwuchs. Heute lebt er bei Düsseldorf. Er probierte sich nach seiner Schulzeit in verschiedenen Beruffeldern aus, darunter als Dekorateur, Maskenbildner und Grafiker bevor er sich dann endgültig für die Werbung entschied.
Er arbeitete dann zunächst in einer klassischen Fullservice Werbagentur, bevor er seine Liebe zum Apple Macintosh entdeckte. Begeistert von der damals neuartigen Technik des Desktop Publishing (DTP) verlies er seinen ersten Arbeitsplatz wo noch mit Klebelayouts gearbeitet wurde und wechselte zu einem Apple Systemberater für die Druckvorstufe und machte sich später damit selbstständig. Doch auch wenn die Liebe zum Produkt auch heute noch anhält, war ihm die Vertriebstätigkeit langfristig nicht kreativ genug und er ging in die Werbung zurück, zunächst angestellt als Atelierleiter und später Creative Director, mittlerweile seit einigen Jahren wieder selbstständig.
Zurück im kreativen Gewerbe erinnerte er sich an eines seiner Jugendhobbies, dem fotografieren. Zusammen mit seiner Partnerin und Muse Aimée, die ihn sowohl vor als auch hinter der Kamera unterstützt, erarbeitet er seine Bildmotive. Diese Zusammenarbeit ist für ihn sehr produktiv, da Aimée neben dem Modelpart auch die Rolle des Make-Up-Artists, der Stylistin und der Dekorateurin übernimmt.
Obwohl SM und Bondage immer wieder Bestandteil seiner Arbeiten sind und Magic Zyks auch selbst SMer ist, sieht er sich nicht vorrangig als Fetisch-Fotografen. In seinen Inszenierungen ist die Darstellung von gefesselten Menschen weniger die Schaustelllung eines Fetischs, sondern ein Ausdrucksmittel unbewußter Gefühls- und Gemütszustände. Daher rührt auch die erzählerische Dichte in seinen Fotografien. Die meisten seiner Bilder rufen vielfältige Empfindungen hervor, die den Betrachter mental zu einer Geschichte verführen, Machstrukturen werden enthüllt und jeder sucht sich seine Position bei der Betrachtung. Die Szenen befinden sich in der Balance zwischen Traum und Wirklichkeit. Realistische Darstellungen nähern sich der Fantasie, Träume wirken beinahe real. Wer genau hinsieht, erfährt viel über den Fotografen oder sich selbst, selten jedoch über die abgebildeten Personen, da Magic Zyks nicht das Ziel hat, zum Beispiel die Geschichte eines Models zu zu erzählen. Hier ist Magic Zyks ganz dominant, Modell müssen sich seiner Bildidee unterwerfen.
Ein englisches Magazin fand einmal recht amüsante Worte, die die skurrile Bandbreite seiner Bildsprache beschrieb, denn in seinen Bildern findet sich Bizarres, neben Glamurösem, erotische Ausnahmesituationen, neben normalem Leben. Frei übersetzt, hieß es in etwa: "Wenn Peter Joel Witkin und Helmut Newton jemals gemeinsam an einer Serie für einen Ikeakatalog zusammen gearbeitet hätten, dann hätte es vielleicht ungefähr so ausgesehen, wie die Arbeiten des deutschen Künstlers Magic Zyks, dessen erotische Bilder auf der feinen Linie zwischen Bedrohung und Zärtlichkeit wandern. Wem das zu heftig erscheint, soll keine Angst haben, da seine Fotos dennoch hochglänzend und modisch inspiriert erscheinen, gewiß nicht zu eindeutig und abgetrennte Köpfe sind bislang auch noch nicht gefunden worden."
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